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Digitalisierung Handel

5 Schritte auf dem Weg zur Digitalisierung für kleine Händler

Neun von zehn Einzelhändlern haben ihre internen Prozesse, wie die Bedarfsermittlung, Kassenabwicklung oder das Produktdatenmanagement, bereits mithilfe digitaler Anwendungen modernisiert. Die aktuelle IHK-ibi-Handelsstudie zeigt, dass es sich dabei jedoch ausschließlich um die großen Retailer handelt.

Kleine Händler weisen hingegen eine geringe digitale Reife auf, verzichten weitestgehend auf digitale Backoffice-Systeme und laufen damit Gefahr, den Anschluss an den Wettbewerb zu verlieren. Gründe dafür sind zu hohe erwartete Kosten, aber auch fehlendes internes Wissen. Die lokalen Anbieter mit wenigen Filialen geben an, für eine erfolgreiche Konzipierung und Umsetzung eines Digitalisierungsplans auf fachliche Unterstützung und externes Know-how angewiesen zu sein.

Die richtige Software unterstützt kleine Händler bei ihren Vorhaben rund um die Digitalisierung. Mit einem zukunftsfähigen Warenwirtschaftssystem und einer intuitiven Kassensoftware können sie von der Dynamik der Handelswelt profitieren und mit der Geschwindigkeit der Veränderungen Schritt halten.

Um die Effizienz, den Umsatz sowie die Kundenzufriedenheit mithilfe digitaler Systeme zu steigern, gibt es fünf grundlegende Schritte, die kleine Händler in Angriff nehmen sollten:

1. Ein Speicherort für alle Daten

Die Basis für digitale, automatisierte Prozesse ist die zentrale Speicherung der wichtigsten Unternehmens- und Stammdaten. So sollten Daten zu Verkäufen, abgeschlossenen Bestellungen, offenen Aufträge, Umsätzen sowie sämtliche Produkt- und Kundeninformationen dem Händler in Echtzeit zur Verfügung stehen. Das leistet ein Warenwirtschaftssystem: Über ein Backoffice mit integriertem KPI-Dashboard (Key Performance Indicators) können alle Handelsprozesse abgebildet werden. Die wichtigsten Daten sind damit mit nur wenigen Klicks einsehbar.

2. Automatisierung von Handelsprozessen

Angebote schreiben, Rechnungen stellen, Bestellungen aufgeben, Lieferungen einleiten, Retouren verwalten und Bestände aktualisieren: Ein digitales Backoffice erleichtert den Geschäftsalltag enorm. Wenn derartige Prozesse digitalisiert und automatisiert sind, werden kleine Einzelhändler nicht nur entlastet, sondern sie optimieren darüber hinaus ihre Einkaufspolitik, Lieferzeiten, die Liquidität sowie den Lagerbestand und beschleunigen den Umlagerungsprozess. Bestände werden beispielsweise automatisch und kontinuierlich aktualisiert – so können sich Kunden auf die Verfügbarkeitsanzeige im Webshop verlassen, da sie immer dem realen Lagerstatus entspricht, und Überverkäufe werden auch zu Peak-Phasen wie der Weihnachtszeit vermieden.

3. Vernetzung von Systemen

Um Datensilos aufzubrechen und ein nahtloses Kundenerlebnis zu schaffen, ist die Vernetzung aller vorhandenen Systeme erforderlich. Bestenfalls werden alle Handels-, Versand-, Lager- und Logistikabläufe in einem zentralen System vereint – so entsteht eine Schaltzentrale für den modernen Handel, die alle relevanten Prozesse automatisiert abbildet. Für die nahtlose Vernetzung sollte eine solche Lösung modular aufgebaut sein, sodass sie sich exakt an bestehende Systeme sowie individuelle Anforderungen anpassen und problemlos in vorhandene Infrastrukturen integrieren lässt. Daten, beispielsweise aus einem Product-Information-Management-System (PIM), werden importiert, zentral verwaltet und in entsprechend aufbereiteter Form an alle Vertriebskanäle geliefert.

4. Persönliche Kundenbindungsmaßnahmen

Durch die detaillierten, verfügbaren Kundendaten entwickelt der Händler ein besseres Verständnis für die Kundenwünsche sowie -bedürfnisse und kann gezielt auf diese eingehen. Die im System gespeicherten Daten geben beispielsweise Aufschluss über die von dem jeweiligen Kunden erworbenen Warengruppen oder den Zeitpunkt seines letzten Einkaufs. Sollte der Kunde den Shop im vergangenen Jahr nicht besucht haben, kann ihn der Händler über das Backend-System direkt per E-Mail, SMS oder die sozialen Medien kontaktieren und ihm persönliche Kaufanreize oder Rabatte bieten.

5. Feintuning der implementierten Lösung

Digitale Lösungen sollten nach der Implementierung Verbesserungs- und Anpassungsmöglichkeiten bieten. So sollten Händler zum Beispiel unterschiedliche Bezahlmöglichkeiten auswählen und Rechnungen sowie Lieferscheine individuell layouten können. Für eine einheitliche Corporate Identity layoutet der Händler seine Produktlabels ebenfalls über das Backoffice.

Auch vor Ort in der Filiale zeigen sich die Stärken der richtigen Software: Der Kassentouchscreen sollte im Backoffice benutzerfreundlich definiert und um gewünschte Attribute ergänzt oder reduziert werden können, damit die Verkaufsmitarbeiter die Kasse optimal nuzten können. Ebenso sollte der Webshop anpassbar sein, da auch die kleinen Händler über individuelle Anforderungen und Bedürfnisse verfügen.

Fördermöglichkeit

Damit der Mittelstand die wirtschaftlichen Potenziale der Digitalisierung ausschöpfen kann, unterstützt das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) kleine und mittlere Unternehmen (KMU) mit dem Programm „Digital Jetzt – Investitionsförderung für KMU“.

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ROQQIO Redaktion

ROQQIO Redaktion

Dieser Artikel ist in der ROQQIO Redaktion entstanden. Hier schreiben PR- und Marketingexperten zu Themen rund um Trends, Technologien und Entwicklungen im Handel und Handelsmarketing.

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