<span id="hs_cos_wrapper_name" class="hs_cos_wrapper hs_cos_wrapper_meta_field hs_cos_wrapper_type_text" style="" data-hs-cos-general-type="meta_field" data-hs-cos-type="text" >Nachhaltigkeit im Handel: Ein Blick auf die Konsumenten</span>

Nachhaltigkeit im Handel: Ein Blick auf die Konsumenten

Während einige Unternehmen das Thema Nachhaltigkeit schon seit Jahrzehnten in ihrer DNA verankert haben, stehen die großen Änderungen in der Konsumgüterindustrie noch aus. Dennoch: Nachhaltigkeit ist im Jahr 2020 längst kein Nischenthema mehr, sondern hat sich zum Wettbewerbsvorteil gemausert, denn die Ansprüche der Konsumenten, insbesondere die der jüngeren, sind gestiegen.

Was genau ist Nachhaltigkeit?

Viele verbinden mit dem Begriff der Nachhaltigkeit vor allem den Umweltschutz. Doch dahinter steckt mehr, nämlich vielfältige ökologische, soziale und ökonomische Aspekte. Konkret gehören dazu zum Beispiel die Reduzierung der CO2-Emissionen, der schonende Umgang mit Ressourcen, Vermeidung von Plastik und umweltschädlichen Inhaltsstoffen, der Schutz von Mensch und Tier und ein fairer Handel. Je nach Branche und Handelsunternehmen wiegen die einzelnen Aspekte unterschiedlich schwer.

Nachhaltigkeit: Das fordern die Verbraucher

Zahlreiche Konsumenten haben jahrelang die Bequemlichkeiten des Onlinehandels genossen, ohne an die Schattenseiten zu denken – Müll durch Verpackungen und Retouren, CO2-Ausstoß während des Transports und schlechte Arbeitsbedingungen in den Produktionsstätten ihrer Fast-Fashion-Lieblinge. Doch inzwischen hinterfragt eine breite Masse ihr eigenes Konsumverhalten und legt beim Einkaufen Wert auf Nachhaltigkeit.

Auftrieb erhielt das soziale Bewusstsein und die Forderung nach einem wirksamen Umweltschutz verstärkt seit Ausbruch der Corona-Pandemie. Wie der im Oktober 2020 veröffentlichte Adyen Retail Report belegt, ist für 62 Prozent der Konsumenten das ethische Verhalten von Unternehmen im Zuge der Pandemie wichtiger geworden. Darunter fallen laut Studienautoren eine faire Bezahlung des Personals, Beiträge zur Gemeinschaft oder Umweltschutz.

Auch in den Monaten davor war das Thema bereits in den Köpfen der Verbraucher angekommen. So belegt das Consumer Barometer von KPMG von Anfang 2020, dass insgesamt 79 Prozent der Konsumenten beim Einkauf im vergangenen Jahr häufiger auf Nachhaltigkeit geachtet haben; bei den Frauen sind es sogar 88 Prozent. Die Ergebnisse zeigen zudem, auf welche Faktoren Konsumenten in einzelnen Produktsegmenten achten: Bei Textilien wünschen sich 79 Prozent Produkte, die ohne giftige Schadstoffe produziert werden. 74 Prozent wollen faire Arbeitsbedingungen. Bei Elektroartikeln und Haushaltsgeräten stehen eine lange Lebensdauer bzw. einfache Reparaturmöglichkeiten (89 %) sowie eine gute Energieeffizienz (89 %) oben auf der Liste. Bei der Wahl der Geschäfte gucken 70 Prozent auf Engagement für die Umwelt, fast ebenso vielen sind soziale und ökologische Werte bei Produkten und Lieferanten wichtig.

Die Befragten nehmen in Sachen Nachhaltigkeit vor allem die Hersteller in die Pflicht, dahinter folgen gesetzliche Vorgaben, an dritter Stelle sehen sich die Konsumenten selbst gleichauf mit dem Handel.

Woher nehmen Konsumenten Produkt- und Unternehmensinformationen?

Die benötigten Informationen holt sich laut Consumer Barometer über die Hälfte der Befragten aus dem Internet. 41 Prozent informieren sich im Geschäft bzw. am Produkt. Bei den 16 bis 29-Jährigen stehen Informationen von Freunden und Bekannten hoch im Kurs, die Gruppe der 50 bis 59-Jährigen informiert sich lieber über Radio und Fernsehen. Allerdings fehlt 50 Prozent der Befragten die klare Information, ob ein Produkt nachhaltig ist oder nicht. Sie fordern von den Herstellern und Händlern daher mehr Informationen.

Wie wichtig es ist, Informationen einfach, verständlich und schnell zugänglich zur Verfügung zu stellen, zeigt auch, dass einigen Konsumenten die Auseinandersetzung mit dem Thema zu aufwändig ist: 25 % der Männer empfinden das so.

Konsumenten sind bereit, mehr für nachhaltige Produkte auszugeben

Mehrere Studien belegen, dass Kunden durchaus bereit sind, für nachhaltige Produkte tiefer in die Tasche zu greifen. Laut PwC-Studie „Gen Z is Talking. Are you Listening?“ würde die Generation Z mehr Geld für Non-Food-Produkte auszugeben, die nachhaltig (45 %) oder ethisch (44 %) produziert wurden. Höhere Preise würden sie auch bei Unternehmen in Kauf nehmen, die für gemeinnützige Organisationen gespendet haben (41 %). Immerhin noch 38 Prozent sind bereit, für eine nachhaltige Verpackung mehr zu bezahlen. Und auch der KPMG Consumer Barometer belegt, dass zwei Drittel bereit sind, mehr Geld für nachhaltige Produkte auszugeben – bis zu 10 Prozent mehr würde etwa die Hälfte der Befragten akzeptieren.

Tipps für Händler

Nachhaltigkeit im Handel wird für die Konsumenten immer wichtiger. Wer als Händler nicht ins Hintertreffen geraten will, sollte eine Nachhaltigkeitsstrategie erarbeiten und in die Unternehmens-DNA einbauen. Dabei ist wichtig, stets authentisch und transparent zu sein. Greenwashing oder Corporate-Social-Responsibility als reine PR-Maßnahme werden die Konsumenten über kurz oder lang durchschauen; solche Täuschungen dürften heutzutage schnell in einem Shitstorm enden.

„Grün“ wird ein Handelsunternehmen nicht über Nacht. Planen Sie also Zeit und die nötigen Investitionen ein und holen Sie sich, falls nötig, Know-how in das Unternehmen. Das mag anfangs eine finanzielle Belastung bedeuten, das Ergebnis verbessert aber mittel- und langfristig Ihr Image und stärkt Sie gegenüber Ihren Wettbewerbern.

Eine große Herausforderung auf dem Weg zur Nachhaltigkeit ist, dass es noch keinen objektiv prüfbaren und international gültigen Kriterienkatalog gibt. Das macht es auch für Händler und Hersteller schwierig, ihre Wertschöpfungs- und Zulieferkette zu überprüfen und ihren Kunden vollständige Transparenz zu bieten. Dennoch können unternehmenseigene, messbare Ziele festgelegt sowie Ziel- und Wertevorstellungen auch innerhalb des Unternehmens kommuniziert und gelebt werden. Zu den größten Bereichen mit Optimierungspotenzial in puncto Nachhaltigkeit im Handel gehören zum Beispiel:

  • Verpackungen: Vermeidung von Plastik, Reduzierung des Mülls, stattdessen Einführung von wiederverwertbaren Verpackungen aus umweltfreundlichen Materialen
  • Logistik: Verkürzung der Lieferwege und effizientere Zustellungskonzepte, dadurch CO2-Einsparungen
  • Retourenmanagement: Retourenvermeidung, Verzicht auf Retourenvernichtung, evtl. Spenden
  • Energieeffizienz: z. B. in Bürogebäuden und Lagerhallen, Umzug in ein „grünes“ Gebäude

Konkret kann es helfen, Kunden über die Beweggründe aufzuklären: Bitten Sie etwa darum, das Kleidungsstück nur in der einen Größe zu bestellen oder um Verständnis, wenn die Lieferung mehrerer Artikel zusammengefasst wird und daher länger dauert – der Umwelt zuliebe. In den meisten Fällen dürfte das die Customer Experience nicht schädigen, sondern sogar aufpolieren, sofern Nachhaltigkeit im Unternehmen auch ansonsten ein authentisches Ziel ist.


 

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Dieser Artikel ist in der ROQQIO Redaktion entstanden. Hier schreiben PR- und Marketingexperten zu Themen rund um Trends, Technologien und Entwicklungen im Handel und Handelsmarketing.

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