Pinterest wird zur Shopping-Plattform
E-Commerce Digitalisierung

Shopping auf Pinterest: Wie die Plattform zum Verkaufskanal wird

Die Inspirationsplattform Pinterest bekommt mehr und mehr Shopping-Features. Inzwischen können Händler verschiedene Formate nutzen, um ihre Produkte zu präsentieren, zu bewerben und die User darüber zum Kauf zu bewegen.

Unternehmensprofil und Produktkatalog

Wenn Sie auf Pinterest als Verkäufer durchstarten wollen, brauchen Sie zunächst einmal ein Unternehmenskonto. Das Profil können Sie mit Informationen zu Ihrem Unternehmen anreichern. Beschreiben Sie zum Beispiel Ihre Markenwerte und Zielgruppen, damit die Pinterest-User ein Bild von Ihnen bekommen. Nutzen Sie das kostenlosen Verifizierte-Händler-Programm. Dadurch erhalten Sie ein entsprechendes Badge für Ihr Profil und weitere Vorteile, etwa ein Tool für Conversion-Insights oder die Möglichkeit, dass Ihre Pins in speziellen Shopping-Erlebnissen als verwandte Inhalte auftauchen.

Um Produkte auf Pinterest zu präsentieren, können Sie Ihren Produktkatalog über Schnittstellen zu ihrem Webshop oder anderen Systemen hochladen. Auf Basis dieser Daten erstellt Pinterest dann automatisch Produkt-Pins. Auf diesen Pins finden sich zum Beispiel die Produktbeschreibung und der Preis. Alternativ können Sie Pins auch manuell erstellen, dafür bieten sich dann sogenannte Produkt-Rich-Pins. Diese müssen allerdings erst beantragt werden. Damit Rich-Pins funktionieren, müssen Sie sicherstellen, dass in Ihrem Webshop die dafür nötigen Metadaten hinterlegt sind. Ist das der Fall, erscheinen Produkt-Rich-Pins mit dem Produktnamen, einer Produktbeschreibung, dem Preis und dem Link zum Shop. Der Check-out ist auf Pinterest (noch) nicht möglich.

Sämtliche Produkte finden sich auf dem Shoppen-Tab auf Ihrem Profil. Sofern Produktgruppen im Datenfeed definiert sind, macht Pinterest auch für den Auftritt auf der Plattform Vorschläge zur Kategorisierung.

So finden Nutzer Ihr Produktangebot

User, die nach einem beliebigen Produkt suchen, können zwischen den Tabs „Entdecken“, „Shoppen“ und „Profile“ wählen. Während ersterer vorrangig der Inspiration dient und verschiedene Inhalte diverser Pinner zeigt, finden sich auf dem Shopping-Tab ausschließlich kaufbare Produkte. Zusätzlich können die Nutzer über „Profile“ Unternehmen entdecken, die passende Angebote zu ihrer Suche bieten.

Damit die Pins besser gefunden werden, sollten Sie sie mit relevanten Keywords versehen. Wie bei Google auch, ist die Suchmaschinenoptimierung auf Pinterest wichtig, um die organische Reichweite auf der Plattform zu erhöhen. Produkt-Pins, die ihnen gefallen, können Nutzer wie gewohnt auf ihren Pinnwänden oder neuerdings auch auf ihrer Shoppingliste speichern.

Ein weiteres interessantes Feature für Kunden ist die Pinterest Lens. Per Kamera können sie einen Gegenstand ganz einfach fotografieren und damit auf der Plattform nach ähnlichen Produkten suchen. Das ist eine schöne Verknüpfung von Offline-Inspiration und Online-Bummel.

 

Advertising auf Pinterest

Um eine größere Reichweite zu erzielen und die Conversions zu steigern, können Händler diverse Anzeigenformate nutzen.

  • Shopping-Anzeigen sind einfache Pins, die Produktdetails wie Preis, Verfügbarkeit und Bewertungen enthalten.
  • Idea Pins sind Anzeigen im Story-Format. Anders als in anderen sozialen Netzwerken bleiben die kurzen Videos dauerhaft bestehen. Marken können die Idea Pins bei ihrer Zielgruppe bewerben. Es bietet sich auch an, mit reichweitenstarken Content Creators zusammenarbeiten, die die Idea Pins erstellen.
  • Mit Collection Ads können Händler über Slideshows und videoähnliche Formate ihren Produktkatalog zugänglich machen. Dabei werden die markierten Produkte dynamisch ausgewählt und Nutzern ausgespielt, die ähnliche Produkte shoppen. Somit können Nutzer Produkte, die ihnen gefallen, schneller finden.
  • Über dynamisches Retargeting lassen sich Nutzer erreichen, die Ihre Website bereits besucht haben und noch einen kleinen Anstoß brauchen. Ihnen werden passende Anzeigen ausgespielt.
  • Dank automatischer Lösungen müssen Werbetreibende nicht manuell eingreifen, um die Gebote für ihre Anzeigen anzupassen. Stattdessen werden diese mit der Zeit dynamisch angepasst, sodass effizientere Ergebnisse bei gleichbleibendem Budget erreicht werden können.

 

Pinterest bietet großes Potenzial als Shopping-Plattform

Laut eigener Angaben hat Pinterest weltweit mehr als 400 Millionen Nutzer. Den Großteil (60 Prozent) machen Frauen aus. Männliche Pinner holen allerdings auf: Im Jahresvergleich ist ihr Anteil um 40 Prozent gestiegen (Stand 2022). In Deutschland sind 38 Prozent der Millennials mit einem Haushaltseinkommen von mehr als 100.000 Euro auf Pinterest aktiv.

Das Besondere an Pinterest ist, dass die User die Plattform vorrangig nutzen, um zu entdecken und sich für Projekte inspirieren zu lassen. Sie suchen zwar auch konkret nach Produkten, in der Regel aber ohne einen Markennamen. Nach Angaben von Pinterest betrifft das ganze 97 Prozent der Top-Suchanfragen. Und beim Stöbern haben 58 Prozent der deutschen User eine neue Marke oder neue Produkte für sich entdeckt.

Eine von der Plattform in Auftrag gegebene Studie zeigt außerdem, dass 89 Prozent der wöchentlich aktiven User Pinterest auf dem Weg von der Inspiration zum Kauf nutzen. Angeblich sollen die Pinterest-User im Vergleich zu Nicht-Nutzern zudem das 2,4-fache im Monat ausgeben.

Systemische Herausforderungen

Pinterest dürfte von vielen Händlern vermutlich zusätzlich zum Onlineshop, Marktplätzen oder stationären Filialen genutzt werden. Das führt dazu, dass zahlreiche Systeme zum Einsatz kommen, die zum Beispiel alle mit Produktstammdaten versorgt werden müssen und die teils unterschiedliche Anforderungen an die Formate stellen. Es ist ebenso essenziell, Lagerbestände über alle Verkaufskanäle aktuell zu halten, um Überverkäufe zu vermeiden.

Um also alle Prozesse rund um Produktpräsentation und Bestandsmanagement sowie Checkout, Payment und Retourenmanegement abzubilden und somit für den Kunden ein reibungsloses Einkaufserlebnis zu gestalten, müssen alle relevanten Systeme integriert werden. Die Lösung liegt in einer Headless-Commerce-Plattform, die alle Kanäle verknüpft, Prozesse maximal automatisiert, Aufträge harmonisiert und an nachfolgende Systeme weitergibt.

 

Download: Checkliste Social Selling

 

Bildquelle: DenPhoto - stock.adobe.com

ROQQIO Redaktion

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Dieser Artikel ist in der ROQQIO Redaktion entstanden. Hier schreiben PR- und Marketingexperten zu Themen rund um Trends, Technologien und Entwicklungen im Handel und Handelsmarketing.

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