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Social Commerce: Funktionen, Vorteile & Herausforderungen

Social Commerce vereint Onlineshopping mit einer sozialen Komponente. Wir zeigen Ihnen Vorteile, Herausforderungen und welche Plattformen entsprechende Funktionen anbieten.

Social Commerce: Inspiration und kurze Einkaufswege

Online einkaufen gehört für einen großen Teil der Konsumenten fest dazu, denn es ist einfach und bequem, geht schnell und ist jederzeit möglich. Neben klassischen Onlineshops und Markplätzen sind verstärkt im vergangenen Jahr weitere Player auf die Bühne des E-Commerce getreten: Social-Media-Kanäle. Während die Plattformen schon lange großflächig als Marketing- und Kommunikationskanäle genutzt wurden, integrieren sie nun auch mehr und mehr Shopping-Funktionen.

Social Shopping: Vorteile für Händler

Händler erschließen mit Social Commerce zusätzliche Verkaufskanäle und bauen ihre Markenpräsenz aus. Das Besondere daran ist, dass die Einkaufsoptionen auf die soziale Interaktion treffen. Händler machen sich also das zu eigen, wovon Social Media lebt — den Austausch, die persönlichen Empfehlungen, Bewertungen und das Teilen — und erschaffen einen digitalen Einkaufsbummel unter „Freunden“.  Hierbei kommt auch das Konzept des Social Proof voll zum Tragen: Etwas, das sich bei anderen bereits bewährt hat, kann nicht schlecht sein.

Social Commerce ist zudem ein logischer Schritt hin zur nahtlosen Customer Journey, denn Händler erreichen die Kunden dort, wo sich ein Großteil eh schon aufhält. Und das Shoppingerlebnis wird damit noch ein Stück weit bequemer. Laut Statista nutzen 89 Prozent der 16 bis 24-Jährigen in Deutschland soziale Netzwerke, bei den 25 bis 44-Jährigen sind es noch 71 Prozent. Die durchschnittliche Verweildauer liegt hierzulande bei 64 Minuten täglich — das ist eine beachtliche Zahl.

Ein weiteres Plus: Auf Instagram, Pinterest und Co. suchen die User nach Inspirationen und Ideen und sind in dieser Umgebung in der Regel offen für Neues. Die Chancen stehen also gut, Kunden hier erfolgreich anzusprechen und Umsatz zu generieren! Umso mehr noch, da die meisten Plattformen zielgruppenspezifisches Targeting der Werbeanzeigen ermöglichen. Hinzu kommt das Potenzial von Influencern. In den USA etwa hat Instagram bereits ausgewählten Influencern die Shop-Funktionen zugänglich gemacht. Wenn die sozialen Netzwerke auch hierzulande diesen Weg gehen, dürften Influencer den Social Commerce weiter antreiben. Auch Trends wie Augmented Reality (AR) und Virtual Reality (VR) könnten hier künftig als Triebfeder dienen.

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Herausforderungen von Social Shopping

User sind in den Netzwerken, um sich inspirieren und unterhalten zu lassen, zu informieren, um Inhalte zu teilen, zu kommentieren und zu bewerten und um sich mit Freunden auszutauschen. Dabei unterscheiden sich die Zielgruppen, Content-Formate, das Nutzerverhalten und auch in die Shopping-Funktionen. Social Commerce erfordert von Händlern also eine Strategie, die diesen Punkten Rechnung trägt — „one size fits all“ ist bei den Kanälen nicht zielführend.

Hinzu kommt, dass die Integration jeder Plattform und ihrer verschiedenen Shopping-Funktionen technisch umgesetzt werden muss. In diesem Zusammenhang ist auch die Anpassung der Produktdaten und –inhalte auf den jeweiligen Plattformen enorm wichtig. So gibt es zum Beispiel unterschiedliche Anforderungen an die Bildformate. Nur wenn Sie das berücksichtigen, gelingt ein stimmiger und vor allem fehlerfreier Auftritt. 

Eine Gefahr, die Social Media generell birgt ist, dass negative Bewertungen, Kritik und Mängel, die Käufer dort äußern, sofort offenkundig werden. Umgekehrt dürften allerdings positive Kommentare, sowie die Kommunikation von Kulanz und gutem Service in die öffentliche Wahrnehmung des Händlers einzahlen.  

Schon gewusst? Die ROQQIO Commerce Cloud bietet eine einfache Anbindung von Verkaufskanälen wie Instagram.

Social-Commerce-Plattformen im Überblick

Die Social-Media-Kanäle sind vielfältig und auch die Shopping-Funktionen unterscheiden sich von Plattform zu Plattform. Hier finden Sie einen kurzen Überblick der bekanntesten Netzwerke.

Verkaufen auf Instagram

Um Produkte auf Instagram zu verkaufen, benötigen Händler ein Business-Profil, das wiederum mit einem Produktkatalog auf Facebook verknüpft sein muss. Auf Instagram muss das Profil dann noch freigeschaltet werden, was in der Regel wenige Tage dauert.

Anschließend sind alle Produkte aus dem Facebook-Katalog auch über Instagram abrufbar. Händler können nun die einzelnen Fotos auswählen und als Post bearbeiten. Die sogenannten Shoppable Posts sind mit einer kleinen Einkaufstasche gekennzeichnet. Produkte werden dabei so markiert, wie das auch bei „normalen“ Postings mit Personen möglich ist — bis zu 5 Produkte sind erlaubt, auch Karussells sind möglich, dann können bis zu 20 Produkte angezeigt werden. Auch in den Storys kann ein Produkt-Sticker eingebaut werden. Mit Klick auf diese Sticker wird der Nutzer in den Webshop weitergeleitet. Der recht holprige Umweg über einen einzigen Link in der Bio entfällt damit. In den USA ist Instagram sogar noch einen Schritt weiter: Hier können Instagram-User bereits direkt in der App bestellen und bezahlen.

Wen erreichen Sie hier? Weltweit hat Instagram über 1 Milliarde Nutzer, über 15 Millionen sind es in Deutschland. Instagram nutzen vor allem die Jüngeren bis 25 Jahre und gerne für die persönliche Selbstinszenierung. Die geteilten Bilder sind  oft Schnappschüsse, mit der Zeit haben sich auch zunehmend hochwertige Aufnahmen durchgesetzt. Die Interaktion ist hier persönlicher und enger als auf Pinterest. Auf Instagram geht es um alle möglichen Lifestyle-Themen wie Mode, Sport, Reisen und Ernährung.

Weiterführende Informationen zum Instagram Shopping liefert die Plattform selbst.

Facebook-Shop

Wenn Sie auf Facebook verkaufen wollen, brauchen Sie ein Konto und eine Business-Seite, was auf die meisten Unternehmen eh schon zutrifft. Als Administrator der Business-Seite sehen Sie standardmäßig den Shop in der Navigation links auf der Seite. Beim erstmaligem Klick auf den Link werden noch diverse Informationen abgefragt, etwa, in welchem Land Sie sitzen und welche Art von Produkten Sie verkaufen. Sobald der Shop eingerichtet ist, können Sie Produkte hochladen, also Postings entweder manuell erstellen oder, sofern Sie über eine entsprechende E-Commerce-Lösung verfügen, Ihren Produktkatalog vollständig hochladen. In den einzelnen Postings können Sie Produktnamen, die Beschreibung, den Preis und einige weitere Angaben jederzeit anpassen. 

Die Produkte werden nicht direkt über Facebook gekauft, sondern die Kunden werden zum Bestellen und Bezahlen in den Onlineshop weitergeleitet.

Wen erreichen Sie hier? Facebook hat in Deutschland 32 Millionen aktive Nutzer. Bei der jüngeren Generation ist facebook nicht mehr beliebt, die größte Gruppe stellen hier die 25 bis 34-Jährigen.

Hier finden Sie weitere Informationen zum Facebook-Shop.

Pinterest: einkaufen über Produkt-Pins

Um Pinterest zu nutzen, benötigen Sie ein Unternehmenskonto, das Ihnen verschiedene Funktionen eröffnet. Pinterest muss Ihr Konto noch genehmigen, erst dann können Sie starten. Seit Ende März 2020 können sich Händler auf der Plattform zusätzlich verifizieren lassen und sich dann darüber für Conversion Reportings qualifizieren. Diesee geben Einblicke in Website-Besucher, Verkäufe und Zahlungen und erfassen organische wie bezahlte Conversions.

Händler können auf Pinterest ganze Produktkataloge hochladen, daraus Produkt-Pins erstellen und in Shopping-Anzeigen umzuwandeln. Sie können für jeden Pin den Link zur Produktseite sowie Keywords hinterlegen, die für die Suche, ähnlich wie bei Amazon und Google, wichtig sind. Über den hinterlegten Link werden die Nutzer dann an den Online-Shop weitergeleitet, wo der Bestellprozess und die Bezahlung abgewickelt werden. 

Auch in Sachen Werbung bietet Pinterest bereits spannende Funktionen: Mit dynamischem Retargeting können Händler Pinner erreichen, die sich bereits mit der Marke oder Produkten beschäftigt haben. Dazu werden die betreffenden Pins oder ähnliche als Vorschläge im Feed ausgespielt.

Übrigens: Anfang 2020 hat Pinterest für die Nutzer in den USA mit „Try On“ ein Augmented-Reality-Feature eingeführt, mit dem Kunden die Farbe von Lippenstift ausprobieren können. Bald soll diese Funktion weltweit verfügbar sein. Damit wird der Weg zu einer breiteren Nutzung von AR geebnet.

Wen erreichen Sie hier? Laut Statista gibt es weltweit 335 Millionen Nutzer, in Deutschland sollen es 6 bis 7 Millionen sein. Der Großteil davon sind Frauen. Die Nutzer sind älter als bei Instagram, 67 % der User weltweit aber noch jünger als 40 Jahre. Pinterest ist, wie Instagram auch, sehr bildlastig, lebt allerdings von sehr hochwertigen, oft professionellen Fotos (Videos gibt es hier nicht). Auch das Nutzerverhalten hier ist ein anderes: Bei Pinterest geht es vor allem um kuratierte Inhalte und das Entdecken von Themen; die Sache steht dabei im Fokus, nicht die Person. Pins werden gesammelt und können immer wieder neu auf Boards zusammengestellt werden. Die Interessen der Nutzer liegen hier vor allem in den Bereichen Einrichten, Dekorieren und DIY.

TikTok experimentiert mit Shopping-Funktionen

Auf TikTok können Nutzer Kurzvideos von maximal 15 Sekunden hochladen und in der App mit diversen Filtern und Effekten bearbeiten. Gefällt das Video, verteilen die User Herzchen.

Unternehmen können einen eigenen Kanal erstellen und darüber Videos hochladen. Viele nutzen die eigenen Videos, um sich an den auf TikTok verbreiteten Challenges zu beteiligen. Es ist möglich, die Videos zu bewerben. Im vergangenen Jahr hat TikTok in einigen Ländern die Funktion getestet, über Videos direkt auf die Website zum Kauf zu verlinken, ähnlich wie bei den Shoppable Posts von Instagram.

Wen erreichen Sie hier? TikTok hat in Deutschland 5,5 Millionen Nutzer. Die Kurzvideo-App ist vor allem bei der Generation Z beliebt. Angefangen mit Musikvideos, sind die Uploads in der App inzwischen vielfältiger: Tanz, Comedy, Mode und andere Themen sind hier zu finden.

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Dieser Artikel ist in der ROQQIO Redaktion entstanden. Hier schreiben PR- und Marketingexperten zu Themen rund um Trends, Technologien und Entwicklungen im Handel und Handelsmarketing.

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